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Martin Diedenhofen im Austausch mit Pro Retina zum barrierefreien Wohnen

20. Mai 2022

Bildbeschreibung: DSC03186

Berlin. Dass Barrierefreiheit viel mehr umfasst als Rampen, breite Türen und absenkbare Busse, das machte Franz Badura klar, als er sich mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Diedenhofen zum Gespräch traf. Der politische Referent von PRO RETINA Deutschland, selbst von einer Netzhauterkrankung betroffen, erklärte, dass Barrierefreiheit auch für sehbehinderte Menschen gelten müsse.

 

Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote sollten so gestaltet sein, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Gerade bei der Suche nach geeignetem Wohnraum würden Blinde und Menschen mit eingeschränkter Sehkraft vor hohe Hürden gestellt, erläuterte Badura. Diedenhofen betonte, Baduras Berichte bei seiner Arbeit als Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen zu berücksichtigen. „Ich bin sehr dankbar für das informative Gespräch!“, sagte der Abgeordnete. „Wenn man weiß, worauf man achten muss, lassen sich bauliche Barrieren meist einfach vermeiden. So wird Wohnraum für jeden und jede uneingeschränkt nutzbar“, fuhr er fort.

 

Damit sehbehinderte und blinde Menschen selbstbestimmt wohnen und sich ohne fremde Hilfe in einer Wohnung zurechtfinden können, brauchen sie Hilfen zur Orientierung.

Hilfsmittel können das Leben und den Alltag mit Sehbehinderung oder Blindheit enorm vereinfachen und viele Dinge ermöglichen. Die Wohnung sollte klare Linien haben und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Flurwände oder Fußböden können zum Beispiel mit unterschiedlichen Materialien ausgestattet werden. Dann können sich Blinde durch ihren Tastsinn orientieren. Vor Treppen kann der Boden mit einem besonderen Material gekennzeichnet sein. Auch Treppengeländer können am Anfang und Ende ein fühlbares Element haben. Gute Kontraste sind ebenfalls wichtig. Zum Beispiel helle und dunkle Farben als Warnung an Treppenstufen. Schriftliche Informationen sollten auch „fühlbar“ sein.

 

PRO RETINA ist eine Selbsthilfevereinigung von und für Menschen mit Netzhautdegenerationen und deren Angehörige. Sie setzt sich dafür ein, dass sehbehinderte und blinde Menschen ihre Krankheit (gemeinsam) bewältigen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.